
Depressionen loswerden
Wertvolle Tipps für Betroffene und deren Angehörige
Depression ist nicht die Ursache für Traurigkeit und Verzweiflung. Es ist nur ein Name, eine Bezeichnung unter der wir eine Gruppe von Patienten mit ähnlichen Symptomen zusammengefasst haben,
um alle mit denselben Medikamenten behandeln zu können.
Du hast Depressionen, also nimm Antidepressiva –
Fall abgeschlossen, der Nächste bitte.
(Dr. Mark Hyman)
Dieses Zitat des amerikanischen Arztes und Bestsellerautors Dr. Mark Hyman beschreibt sehr treffend, warum eine der gängigsten Behandlungsmethoden von Depressionen häufig nicht den gewünschten Effekt zeigt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird dieselbe Medikamentengruppe auch noch gegen Burnout, Angst-, Ess- und Schlafstörungen, chronische Schmerzen, Bandscheibenvorfälle, stressbedingte Blasenschwäche, vorzeitigen Samenerguss sowie etliche weitere psychische und körperliche Probleme verschrieben.
So reizvoll der Gedanke auch sein mag, durch die Manipulation einiger Neurotransmitter im Gehirn gleich Dutzende von Krankheiten behandeln zu können, so weltfremd ist er gleichzeitig. Denn nur selten lässt sich eine der genannten Krankheiten auf jeweils nur einen einzigen Auslöser reduzieren. Vielmehr haben wir es mit psychischen und körperlichen Reaktionen auf unterschiedlichste Mangelerscheinungen und Stresssituationen zu tun. Neben Psychotherapie und der Veränderung belastender Lebensumstände gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die ebenfalls hilfreich und wichtig sein können. So nutzen die einen bestimmte Mentaltechniken, um aus der Spirale des negativen Grübelns auszusteigen, während anderen schon mehr Bewegung und Sonnenlicht reicht, um wieder ins Lot zu kommen. Zudem gibt es erstaunlich viele Menschen, die auf Medikamente oder bestimmte Lebensmittel paradox reagieren. Selbst ein Mangel oder ein Überschuss an bestimmten Spurenelementen kann zu Depressionen, Ängsten und Burnout führen. Das Gleiche gilt für unerkannte Entzündungen im Körper sowie einen gestörten Zellstoffwechsel infolge eines Halswirbelsäulentraumas. Wer all diese unterschiedlichen Auslöser einfach nur mit ein paar Pillen behandeln möchte, der ignoriert häufig nicht nur die eigentlichen Ursachen der Erkrankung, er provoziert sogar das Auftauchen weiterer, teils schwerwiegender Probleme.

Egal ob es um Antidepressiva, Betablocker, Beruhigungsmittel, Tabletten gegen Übelkeit oder irgendein anderes Medikament geht, viel zu häufig werden nur die Symptome behandelt, während die eigentlichen Ursachen unerkannt bleiben. So wie es herzlich wenig hilft, bei einem Wohnungsbrand lediglich das nervige Piepsen des Rauchmelders auszuschalten, während die Wohnung weiter abbrennt, verhält es sich auch hier. Erst wer erkennt, wann es sich nur um Symptome handelt (Rauchmelder) und wo die wahren Ursachen von Depression oder Burnout liegen (Wohnungsbrand), kann verhindern, dass seelischen Probleme immer wieder auflodern.
10 häufig übersehene Gründe für Depressionen
Fakt ist, viele der möglichen Auslöser von Depressionen werden während einer Therapie zu wenig beachtet. Die Genesung wird dadurch oft unnötig verzögert. Klaus Bernhardt, der Leiter des „Instituts für moderne Psychotherapie“ in Berlin, hat in seinem Spiegel-Bestseller „Depression und Burnout loswerden – wie seelische Tiefs wirklich entstehen und was Sie dagegen tun können“ 10 Gründe für Depressionen aufgeführt, die sie sich unbedingt näher ansehen sollten, wenn Sie oder ein Ihnen nahestehender Mensch ebenfalls unter Depressionen leidet:
- Nicht erkannte oder falsch behandelte Angststörungen
- Zu wenig BDNF-Proteine durch mangelnde Bewegung
- Chronische Entzündungen
- Depression als Nebenwirkungen gängiger Medikamente
- Depression durch unerkannte Lebensmittelunverträglichkeiten
- Ein Mangel an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen
- Verändertes Sozialverhalten durch Social Media
- Schlafstörungen sowie falsche Schlafgewohnheiten
- Verdrängte oder falsch verarbeitete Trauer
- Negatives Denken und Zweckpessimismus
Sollten einer oder sogar mehrere dieser Auslöser für Sie in Frage kommen, dann könnte sich ein Blick in das oben genannte Buch lohnen. Hierin finden Sie viele, einfach anzuwendende Gegenmaßnahmen, die schon viele Menschen dabei unterstützt haben, depressive Episoden aus eigener Kraft zu überwinden.
WICHTIG: Sollte in erster Linie Punkt 1 auf Sie zutreffen (also eine nicht oder eventuell falsch behandelte Angststörung), dann sollten Sie erst diesbezüglich Hilfe suchen. Wir durften schon in hunderten von Fällen miterleben, dass Depressionen wie von selbst verschwanden, wenn der eigentliche Auslöser eine Angststörung war und diese erfolgreich behandelt werden konnte.
Je nachdem, welche Angststörung bei Ihnen diagnostiziert wurde, empfehlen wir Ihnen eine der folgenden Webseiten:

Depressionen als Nebenwirkung vieler Medikamente
Laut einer Studie der University of Illinois führen über 200 häufig verwendete Medikamente Depressionen als mögliche Nebenwirkung auf. Ziel der Forscher war es herauszufinden, wie häufig diese Nebenwirkung tatsächlich auftreten. Zudem überprüften sie, wie sehr die Gefahr einer möglichen Depression sich erhöht, wenn nicht nur eines, sondern gleich mehrere dieser Medikamente eingenommen werden. Zu diesem Zweck werteten sie die Daten von rund 26.000 Patienten über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg aus. Dabei konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Depressionen umso häufiger auftraten, je mehr »verdächtige« Präparate gleichzeitig eingenommen wurden.
Es war übrigens absolut keine Seltenheit, dass Patienten gleich zwei oder drei dieser Medikamente verordnet bekommen hatten. Immerhin handelte es sich größtenteils um sehr gängige Präparate, wie zum Beispiel Antibabypillen, Schilddrüsenmedikamente, Blutdruckmedikamente, Antibiotika, Cortison, Hormonpräparate gegen Beschwerden in den Wechseljahren oder auch Mittel gegen Sodbrennen.
Übrigens zählen auch Antidepressiva zu den Medikamenten, die als mögliche Nebenwirkung Depressionen aufzählen. Aus einer vermeintlich antidepressiven Wirkung kann somit ein regelrechter Depressions-Booster werden. Was wie ein schlechter Witz klingt, ist leider traurige Realität. Besonders gefährlich wird es, wenn während der Gabe von Antidepressiva Suizidgedanken auftreten, und diese dann nicht als Nebenwirkung der Medikation erkannt werden. Denn nicht selten wird nun die Dosis sogar noch gesteigert, was zu einer erheblichen Verschlimmerung der Depression führen kann. Dies äußert sich oft in einer ausgeprägten motorischen Unruhe, auch Akathisie genannt, wodurch die Suizidgefahr abermals steigen kann. Lassen Sie uns deswegen einmal einen genaueren Blick auf Antidepressiva und ihre vermeintliche antidepressive Wirkung werfen.
Antidepressiva
Acht Prozent aller Europäer und zehn Prozent aller Amerikaner nehmen regelmäßig Antidepressiva ein. Dennoch darf bei affektiven Störungen (also bei Störungen des Gefühlslebens) bis auf eine einzige Ausnahme (Fluvoxamin) kein einziges modernes Antidepressivum aus der SSRI-Reihe (selektive Serotonin- Wiederaufnahmehemmer) bei Kindern oder Jugendlichen eingesetzt werden. Und das aus einem äußerst beängstigenden Grund: In diesem Fall würde sich das Risiko verdoppeln, dass die Betroffenen Selbstmord begehen. Dennoch versuchen Pharmakonzerne immer wieder, negative Ergebnisse zu vertuschen. Denn je mehr Menschen jeden Lebensalters medikamentös gegen Depressionen behandelt werden können, umso größer fällt der Gewinn der Pharmakonzerne aus.
Wie die New York Times berichtete, wurde der britische Arzneimittelhersteller GlaxoSmithKline im Jahr 2012 zu einer Strafe von drei Milliarden US-Dollar verurteilt, weil er negative Testergebnisse zweier Antidepressiva sowie eines Diabetes- und eines Asthmamittels verheimlicht hatte. Und das ist bei Weitem kein Einzelfall und auch von Schuldgefühlen scheint in der Pharmabranche niemand geplagt zu werden. Immerhin belief sich die Summe der Strafen, die diverse Pharmaunternehmen schon für Lügen bezahlen mussten, derer sie überführt wurden, alleine in den letzten 20 Jahren auf über 30 Milliarden US-Dollar!
Gesundes Misstrauen ist hier also mehr als angebracht. Immerhin gehören trizyklische Antidepressiva mit zu den meistverkauften Medikamenten weltweit. Bedauerlicherweise weiß aber man bis heute nicht genau, wie diese Medikamente im Gehirn eines psychisch kranken Menschen eigentlich wirken. Weswegen es auch verschiedenste Varianten von trizyklischen Antidepressiva gibt. Die meisten davon zielen auf eine Erhöhung des Serotonin-Spiegels ab, andere setzen hingegen auf eine Kombination von Serotonin und Noradrenalin. Doch entsprechende wissenschaftliche Beweise, vor allem für einen Mangel an Serotonin bei Depressionen, fehlen bis heute.

Antidepressiva: Die vermutlich meistüberschätzte Medikamentengruppe weltweit
„Wenn Sie dieses Medikament nicht nehmen, werden Sie nie gesund.“ Hunderte von Patienten werden täglich von ihrem Psychiater, Psychotherapeuten oder Hausarzt mit dieser Aussage konfrontiert. Doch entspricht diese Aussage wirklich der Wahrheit? Zwischen der gängigen Meinung vieler Behandler und den tatsächlich messbaren Fakten liegt nämlich eine große Kluft. Ein ausführlicher Fachartikel, der die entsprechenden Studien genau aufschlüsselt, ist bereits 2018 im Psychotherapeutenjournal erschienen.
Würde Sie Ihrem Arzt, Psychiater oder Psychotherapeuten die konkrete Frage stellen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine antidepressive Medikation Ihnen bei Ihren seelischen Problemen helfen kann, dann würde das Gespräch (insofern es dem aktuellen Stand der Forschung entspräche) etwa so klingen:
Patient: Herr Doktor, bitte verraten Sie mir, wie hilfreich sind Antidepressiva wirklich bei Depressionen?
Arzt: Anhand von klinischen Studien wissen wir heute, dass Antidepressiva bei leichten, mittelschweren und nicht allzu schweren Depressionen nicht besser helfen, als Placebos (also harmlose Zuckerpillen ohne jeden Wirkstoff). Es gibt somit eine konkrete Chance von gerade mal 14 %, dass es Ihnen durch die Einnahme von Antidepressiva etwas besser geht. Entscheiden Sie bitte selbst, ob Sie für so eine geringe Wahrscheinlichkeit das Risiko der Nebenwirkungen in Kauf nehmen wollen, das ebenfalls mit diesen Medikationen einhergehen. Zumal diese in Summe deutlich häufiger auftreten, als der positive Effekt.
Das wäre die fachlich korrekte Antwort aufgrund der aktuellen Studienlage und somit ziemlich genau das Gegenteil von: „Nehmen Sie die Medikamente, sonst werden Sie nie gesund.“
Besonders bedauerliche ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass selbst die „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“ Antidepressiva nach wie vor als wichtig und unerlässlich erachtet, wenn es um die Behandlung von Depressionen geht. Das mag vielleicht noch für besonders schwere Fälle gelten, in denen die Betroffenen kaum noch das Bett verlassen. Beim Schweregrad „leicht“, „mittelschwer“ und „nicht allzu schwer“ ist dieser Rat nach aktueller Forschungslage aber nicht mehr zeitgemäß und es wäre wünschenswert, wenn auch die Stiftung selektive Serotonin- oder Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer etwas kritischer betrachtet, als das bislang geschehen ist.
Was hilft wirklich gegen Depressionen?
Neben Psychotherapie und der Veränderung belastender Lebensumstände gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die ebenfalls hilfreich und wichtig sein können. So nutzen die einen bestimmte Mentaltechniken, um aus der Spirale des negativen Grübelns auszusteigen, während anderen schon mehr Bewegung und Sonnenlicht reicht, um wieder ins Lot zu kommen. Zudem gibt es erstaunlich viele Menschen, die auf Medikamente oder bestimmte Lebensmittel paradox reagieren. Selbst ein Mangel oder ein Überschuss an bestimmten Spurenelementen kann zu Depressionen, Ängsten oder Burnout führen. Das Gleiche gilt für unerkannte Entzündungen im Körper sowie einen gestörten Zellstoffwechsel infolge eines Halswirbelsäulentraumas. Wer all diese unterschiedlichen Auslöser einfach nur mit ein paar Pillen behandeln möchte, der ignoriert häufig nicht nur die eigentlichen Ursachen der Erkrankung, er provoziert sogar das Auftauchen weiterer, teils schwerwiegender Probleme.
Egal ob es um trizyklische Antidepressiva, Betablocker, Beruhigungsmittel, Tabletten gegen Übelkeit oder irgendein anderes Medikament geht, viel zu häufig werden nur die Symptome behandelt, während die eigentlichen Ursachen unerkannt bleiben. So wie es herzlich wenig hilft, bei einem Wohnungsbrand lediglich das nervige Piepsen des Rauchmelders auszuschalten, während die Wohnung weiter abbrennt, verhält es sich auch hier. Erst wer erkennt, wann es sich nur um Symptome handelt (Rauchmelder) und wo die wahren Ursachen von Depression oder auch Burnout liegen (Wohnungsbrand), kann verhindern, dass seelischen Probleme immer wieder auflodern.

Welchen Formen der Depression gibt es überhaupt?
Schwere Depression (Major Depression)
Eine schwere Depression erkennen Sie vor allem Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und einer ausgeprägten Freudlosigkeit. Nicht einmal mehr Tätigkeiten, die früher gerne gemacht wurden, können Betroffene in so einen Fall noch aus dem Stimmungstief herausholen. Für die Diagnose „schwere Depression“ müssen die depressiven Symptome an den meisten Tagen auftreten und mindestens zwei Wochen andauern. Betroffen davon sind alle Lebensbereiche, sowohl die Arbeit als auch die sozialen Beziehungen und sogar die Freizeitgestaltung. Betroffene werden nicht selten von Suizidgedanken heimgesucht, wobei die Suizidwahrscheinlichkeit mit zunehmendem Lebensalter ansteigt. So finden in der Gruppe er 80 bis 90-Jährigen die mit Abstand meisten Suizide statt, wobei Männer etwa viermal so häufig betroffen sind wie Frauen. (Quelle: Deutsche Apotheker-Zeitung)
Wenn der Schweregrad der Depression weniger stark ausgeprägt ist, das deprimiert sein jedoch länger als zwei Jahre anhält, spricht man in der Regel von einer Dysthymie. Auch die Dysthymie ist durch depressive Symptome wie zum Beispiel Antriebsmangel oder Schlafstörungen gekennzeichnet, doch diese fallen allesamt deutlich milder aus, als bei einer Major Depression.
Bipolare Störung
Menschen mit einer bipolaren Störung nannte man früher auch „manisch-depressiv“. Die beiden Phasen bzw. Pole, denen diese Form der Depression ihren Namen zu verdanken hat, sind auf der einen Seite die depressive Phase, die von Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit gezeichnet ist und auf der anderen Seite die manische Phase, in denen die Betroffenen übertrieben heiter und energiegeladen sind. Fast so, als wäre die manische Phase der gerechte Ausgleich für die depressive Phase, fühlen sich manische-Depressive während dieser Zeit großartig und leisten nicht selten Außergewöhnliches.
Berühmte Menschen mit einer bipolaren Störung waren zum Beispiel Ludwig van Beethoven, Leonardo da Vinci, Pablo Picasso, Martin Luther, Napoleon Bonaparte, Otto von Bismarck oder auch Vincent van Gogh. Leider überschätzen manisch-Depressive ihre Leistungsfähigkeit während der manischen Phase, was nicht selten dazu führt, dass sie sich verschulden oder Verpflichtungen eingehen, denen sie später nicht nachkommen können. Deshalb müssen sie in diesen Phasen mitunter vor ihrem eigenen Aktionismus geschützt werden.
Wenn die manischen und die depressiven Phasen nicht so stark ausgeprägt sind und die Zeiten, in denen sich die Betroffenen zwischen den Hochs und Tiefs normal fühlen, eher kurz sind (maximal zwei Monate), dann spricht man von einer zyklothymen Störung. Allerdings kann diese Diagnose erst erfolgen, wenn die chronischen Stimmungsschwankungen länger als zwei Jahre anhalten.

Depression während und nach der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft spielen die Hormone der Frau manchmal verrückt. Da unsere seelische Verfassung jedoch maßgeblich von Hormonen mitbestimmt wird, können während der Schwangerschaft sogenannte pränatale Depressionen auftreten, die aber in aller Regel nach der Geburt auch ohne Behandlung wieder verschwinden. Pränatal bedeutet dabei „vor der Geburt“, im Gegensatz zu postnatal, was „nach der Geburt“ bedeutet.
Während pränatale Depressionen nicht so häufig auftreten, haben bis zu 80 % aller Frauen mit mehr oder weniger stark ausgeprägten postnatalen Depressionen zu kämpfen. Denn nach der Geburt findet abermals eine extreme hormonelle Umstellung statt, die mächtig auf das Gemüt drücken kann. Das emotionale Stimmungstief ist auch unter dem Begriff „Babyblues“ bekannt und verschwindet glücklicherweise meist nach wenigen Tagen. In seltenen Fällen kann eine postnatale Depression sich aber auch bis zu einem Jahr hinziehen. In diesem Fall sollten Betroffene sich möglichst schnell psychotherapeutische Hilfe holen. Denn unbehandelt kann die Depression sowohl die Beziehung zwischen Mutter und Kind, als auch die zum Partner massiv stören. Oft entwickeln diese Frauen dann erhebliche Schuldgefühle, obwohl Sie absolut unschuldig an dieser Situation sind. Frauen mit Neugeborenen sollten sich deshalb klarmachen, dass der unnötige Druck, als frisch gebackene Mutter „funktionieren“ zu müssen, keinem hilft. Weder der Mutter noch dem Partner und schon gar nicht dem Kind. Je schneller Sie den wahren Schuldigen erkennen und akzeptieren, nämlich die aus der Balance geratenen Hormone, umso schneller können die Depressionen dann auch wieder verschwinden.
Winterdepression
Die sogenannte „Winterdepression“ ist eine jahreszeitlich bedingte affektive Störung. Aktuell geht man davon aus, dass vor allem der Mangel an Sonnenlicht als Hauptauslöser infrage kommt. Erreicht zu wenig Sonnenlicht unsere Haut und unsere Augen, dann können wir nicht mehr genügend Vitamin D produzieren, welches nachweislich Einfluss auf unsere Stimmung hat. Da aber eine reine Erhöhung des Vitamin D Pegels nur selten dafür sorgt, dass alle depressiven Symptome während der Winterzeit verschwinden, muss es jedoch noch weitere Faktoren geben, die ebenfalls nur während der dunklen Jahreszeit gehäuft auftreten. Welche das im Einzelnen sind, ist derzeit aber noch Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.
Welche weiteren Therapien gegen Depressionen gibt es?
Wachtherapie
Der therapeutische Schlafentzug (Wachtherapie) ist immer dann einen Versuch wert, wenn Patienten unter extremen Schlafstörungen leiden, die von einem ausgeprägten Morgentief begleitet werden. Auch wenn es widersprüchlich klingt, so konnten Studien dennoch belegen, dass Schlafentzug einen stimmungsaufhellenden Effekt hat. Zwei- bis dreimal pro Woche sollen Betroffene dabei entweder eine ganze Nacht oder zumindest die zweite Nachthälfte wach bleiben. Bei mehr als der Hälfte der Probanden stellt sich daraufhin eine plötzliche Verbesserung des Befindens ein und auch die Antriebslosigkeit verschwindet weitgehend.

Lichttherapie
Vor allem bei der bereits erwähnten Winterdepression, die ja auf einen Mangel von Sonnenlicht zurückgeführt wird, kann die Lichttherapie überaus hilfreich sein. Dabei sollten Betroffene sich täglich für mindestens eine halbe Stunde im Lichtkegel von speziellen Lampen aufhalten. Etwa nach einer Woche berichtet mehr als die Hälfte der Anwender von einer spürbaren Besserung des Befindens. Da nicht jede Lampe für eine Lichttherapie geeignet ist, haben wir Ihnen unter folgendem Link bei Amazon eine Lampe herausgesucht, die als Medizinprodukt zertifiziert ist und die auch ausreichend hell ist, um eine therapeutische Wirkung entfalten zu können.
Bernhardt-Methode
Für wen aus den oben genannten Gründen eine medikamentöse Behandlung nicht infrage kommt, der sollte sich einmal näher mit der Bernhardt-Methode befassen. Entwickelt wurde sie von Klaus und Daniela Bernhardt, den beiden Leitern des Instituts für moderne Psychotherapie in Berlin. Die beiden Therapeuten gehen davon aus, dass Depressionen meist multifaktorielle Ursachen haben, also oft mehrere Auslöser vorhanden sind, die zwar einzeln betrachtet eher harmlos sind, aber in Kombination die Entstehung von Depressionen extrem begünstigen.
In Klaus Bernhardts Spiegel-Bestseller „Depression und Burnout loswerden“ ist ihre Methode zur Überwindung von Depressionen detailliert beschrieben und es gibt für nahezu jeden möglichen Auslöser einfach anzuwendende Tipps und Tricks, mit denen Betroffene sich Schritt für Schritt selbst aus einer depressiven Stimmung befreien können.
Schnelle Hilfe in Form eines Online-Videokurses
Da für Menschen, die sich in einer akuten depressiven Phase befinden, oft einfachste Handlungsanweisungen schon eine große Hürde darstellen können, hat Klaus Bernhardt begleitend zu seinem Buch-Bestseller einen Videokurs entwickelt. Die Informationen in den insgesamt 15 Videos wirken motivierend und geben wichtige Hinweise, die schon vielen Betroffenen dabei geholfen haben, endlich die wahren Auslöser ihres seelischen Tiefs zu ergründen. Diese Erkenntnis ist extrem wichtig, denn Depressionen können nur dann dauerhaft überwunden werden, wenn alle Auslöser erkannt und beseitigt werden und nicht, wie bei Antidepressiva der Fall, nur die unangenehmen Symptome etwas unterdrückt werden.
Jetzt gratis Folge 5 aus dem Kurs ansehen
Videokurs Teil 5 – Mein Arzt sagt ich MUSS Antidepressiva nehmen! Stimmt das?
Folgende Themen werden im Online-Videokurs behandelt:
- Können Lebensmittelunverträglichkeiten wirklich depressiv machen?
- Wie häufig sind traumatische Erfahrungen für Depressionen verantwortlich?
- Warum Wut auch gut sein kann
- Was ist vom Nasenspray gegen Depressionen zu halten?
- Mein Arzt sagt ich MUSS Antidepressiva nehmen! Stimmt das?
- Mein depressives Kind hängt ständig am Smartphone. Was kann ich tun?
- Wann hilft Hypnose auch bei Depressionen?
- Welche Rolle spielen die Wechseljahre bei der Entstehung von Depressionen?
- Kann eine traumatische Kindheit Depressionen im Erwachsenenalter auslösen?
- Welchen Einfluss haben äußere Umstände auf eine Depression?
- Inwieweit hängen schwere Erkrankungen, wie z.B. MS, mit einer Depression zusammen?
- Was muss ich beim Absetzen von Antidepressiva beachten
- Neuroplastizität gezielt gegen Depression und Burnout einsetzen
- So funktioniert der Werte-Ziele Test
- Die Macht falscher Glaubenssätze
Genetische Veranlagung und frühkindliche Traumen
Oft werden wir von Patienten gefragt, ob es auch eine genetische Disposition für Depressionen gibt (also eine erbliche Veranlagung). Viele wollen auch wissen, ob traumatische Erfahrungen in frühster Kindheit ursächlich für das mangelnde Selbstwertgefühl und den Verlust von Lebensfreude infrage kommen könnten.
Unbestritten ist, dass sowohl die Genetik als auch die frühkindliche Entwicklung einen Einfluss auf die Bildung unseres Charakters und somit auch auf unser restliches Leben haben. Jedoch ist dieser Einfluss längst nicht so wichtig, wie das lange Zeit angenommen wurde. Mindestens genauso wichtig ist auch unser späteres soziales Umfeld und unsere pränatale Entwicklung, also alles das, was wir bereits im Bauch unserer Mutter mitbekommen haben.
Heute weiß man, dass wenigstens zwei dieser vier Faktoren äußerst ungünstig verlaufen sein müssen, damit dies überhaupt messbare Konsequenzen für unser späteres Leben hat. Und wie stark diese Konsequenzen dann ausfallen, hängt wiederum maßgeblich davon ab, wie günstig oder ungünstig die restlichen Faktoren sind. So können zum Beispiel gute Freunde oder auch wohlwollende Angehörige viel von dem ausgleichen, was schlechte Gene oder unwissende Eltern eventuell an Schaden angerichtet haben. Zudem gibt es die Fähigkeit unseres Gehirns, sich bis ins hohe Alter neu zu vernetzten. Dank dieser „Neuroplastizität“ haben wir die Möglichkeit, unser Gehirn im wahrsten Sinn des Wortes „umzuprogrammieren“ und depressive Gedanken Schritt für Schritt durch lebensbejahende Gedanken zu ersetzen.
Die gute Nachricht lautet somit:
Niemand ist seinen Genen oder seiner Vergangenheit hilflos ausgeliefert. Depressionen sind zwar eine ernstzunehmende Krankheit, aber definitiv kein Schicksal, dem man nicht mehr entkommen könnte. Und auch die Theorie, dass Depressionen immer in Episoden auftreten, ist längst überholt. Wir hatten in unserer Praxis bereits hunderte von Fällen, in denen Betroffene nur eine einzige depressive Episode hatten und seither ohne jegliche Anzeichen einer erneuten Depression leben. Wer versteht, dass depressive Gedanken oft nur liebevolle Hinweise unserer Psyche sind, die uns darauf aufmerksam machen sollen, dass irgendetwas in unserem Leben nicht mehr im Lot ist, der kann mit ein paar kleinen Veränderungen nicht nur eine Depression schnell beenden, sondern sich auch effektiv vor neuen Episoden schützen. Vorausgesetzt natürlich, man ignoriert die liebevollen Hinweise seiner Psyche nicht, sondern macht sich möglichst schnell auf die Suche nach der Unstimmigkeit im eigenen Leben.
Viele Betroffene müssten deutlich weniger leiden, wenn sie den Mut hätten, wieder mehr und vor allem rechtzeitig auf Ihr gesundes Bauchgefühl zu hören. Denn Depressionen kündigen sich meist lange vorher an. Nur Depressionen, die durch Medikamente oder entzündliche Prozesse im Körper ausgelöst werden, tauchen spontan auf. Und was in so einem Fall zu tun ist, das können Sie im Buch „Depression und Burnout loswerden“ nachlesen, für dass Sie hier den passenden Amazon– oder Thalia-Link finden.
Weitere Gesundheitsinformationen
Welche Depressionshilfe für Sie die richtige ist, hängt in erster Linie davon ab, wie viele der eingangs erwähnten Auslösers auch bei Ihnen infrage kommen. Sorgen Sie deshalb zunächst dafür, dass möglichst viele dieser Auslöser ausgeschlossen werden können, bevor Sie womöglich unnötig auf Medikamente zurückgreifen, die nicht selten zu weiteren Problemen führen. Für weitere Fragen rund um das Thema Depression steht ihnen unser Praxisteam auch gerne mit Rat und Tat zur Seite.